Hütte mit Hund: Mit Hund auf der Hütte übernachten

Erfurter Hütte

Wenn man in den Alpen unterwegs ist, ist es ein ganz besonderes Erlebnis nach einer langen Wanderung abends in einer urigen Hütte einzukehren und dort zu übernachten. Auf den Hütten ticken die Uhren häufig einfach langsamer, man ist hoch oben in den Bergen, oft abgeschnitten vom Mobilfunk und genießt einfach den Ausblick. Ein perfekter Zwischenstopp also für euren Wanderurlaub mit Hund! Nun ja, lasst es mich direkt vorweg nehmen: Hütte mit Hund – das ist ein sehr schwieriges Thema.

HÜTTE MIT HUND: Ein schwieriges Thema

Wir haben während unseres Alpen Roadtrips leider die Erfahrung machen müssen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Hütte zu finden, in der Hunde erlaubt sind. Und wenn man darüber nachdenkt, liegt die Abneigung gegenüber Hunden eigentlich ganz nahe.

  • In den meisten Hütten ist es üblich, im Matratzenlager zu schlafen. Dass ein Hund nicht einfach inmitten der anderen Gäste mit uns übernachten kann, sollte klar sein.
  • Hunde machen Dreck. Punkt. Sie verlieren Haare, sie bringen vom Spaziergang gerne mal ein wenig Staub und Erde (oder bei schlechtem Wetter Schlamm) mit heim, manche Hunde sabbern exzessiv und sie hinterlassen ihr Geschäft in der Natur. Viele Alpenhütten liegen sehr abgelegen und haben nur begrenzt Zugang zu Wasser. Entsprechend ist es ihnen oft nicht möglich, ein Zimmer nach dem Besuch eines Hundes so zu säubern, dass z.B. ein Allergiker dort in der nächsten Nacht schlafen kann. Auch Mülleimer gibt es für die Gäste oft nicht, da der Transport des Mülls ins Tal sehr aufwändig und kostspielig sein kann. Wenn Herrchen und Frauchen also keine Lust haben, den gefüllten Kotbeutel am nächsten Tag wieder ins Tal zu tragen und ihn zwischendurch zu „lagern“, bleiben die Hinterlassenschaften leider oft liegen.
  • Nicht alle Menschen sind Hundefreunde. Sobald sich andere Gäste von einem Hund gestört fühlen, ist das für den/die Hüttenwirt/in eine sehr schwierige Situation – selbst wenn er oder sie selbst großer Hundefreund ist.

Hütte mit Hund – also gar nicht möglich? Doch! Es gibt einige Hütten, die trotz der oben genannten Punkte (ggf. unter bestimmten Voraussetzungen) Hunde erlauben.

HÜTTE MIT HUND: Hundefreundliche Hütten

Während unserer Reise durften wir auf zwei sehr hundefreundlichen Hütten übernachten, die ich euch gerne vorstellen würde. Die beiden Hütten sind ziemlich unterschiedlich, aber wir haben uns auf beiden super wohl gefühlt.

ERFURTER HÜTTE IM ROFANGEBIRGE (ÖSTERREICH)

Erfurter Hütte Hund

Die Erfurter Hütte (1834 m Seehöhe) ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Ettlingen und liegt im Rofangebirge bei Maurach am Achensee. Sie ist eine schöne, gemütliche Hütte mit einem grandiosen Blick auf den Achensee und bietet sich durch ihre Lage wunderbar für weitere Touren oder Klettersteige an.

Erfurter Hütte Terrasse

In der Erfurter Hütte gibt es in einem kleinen Nebengebäude ein eigenes Hundezimmer. Dieses ist im Sommer buchbar und bietet ein Etagenbett für max. zwei Personen und einen Hundekorb mit einer Decke. Die Übernachtung für den Hund kostet 7,50€. Achtet darauf, das Zimmer frühzeitig zu reservieren.

Blick auf den Achensee

Sie liegt direkt an der Seilbahn, weshalb sie auch viele Tagesgäste anzieht. Aufgrund der Lage und Anbindung bietet die Erfurter Hütte Annehmlichkeiten wie Duschen, eine große Auswahl an Speisen, Kartenzahlung und einem Mülleimer, in dem man Kotbeutel entsorgen kann.

HOCHMÖLBINGHÜTTE IN DER STEIERMARK (ÖSTERREICH)

Terrasse Hochmölbinghütte

Die Hochmölbinghütte (1683 m Seehöhe) ist eine Schutzhütte des österreichischen Touristenklubs und liegt am Rande des Toten Gebirges in der Steiermark. Auch sie ist ein perfekter Ausgangspunkt für weitere Touren und bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Tauplitzalm.

Ausblick Tauplitzalm

Auf der Hochmölbinghütte gibt es die Möglichkeit, mit einem Hund in einem Zweibettzimmer zu schlafen. Auch hier gibt es ein Etagenbett für max. zwei Personen. Es wird außerdem eine Decke für den Hund zur Verfügung gestellt. Die Übernachtung für den Hund hat uns nichts gekostet. Das Zimmer solltet ihr aber frühzeitig reservieren, der Hüttenwirt hat uns erzählt, dass das Zimmer für Hundebesitzer sehr beliebt und entsprechend schnell ausgebucht ist. Unser Zimmer hat uns einen grandiosen Blick geboten:

Hochmölbinghütte Ausblick vom Zimmer

Die Hochmölbinghütte liegt deutlich abgelegener als die Erfurter Hütte. Generell ist die Gegend nicht besonders touristisch, was uns gut gefallen hat. Die Hütte ist nun fast 100 Jahre alt und recht rustikal gehalten. Es gibt kein Mobilfunknetz, keine Duschen (lediglich einen Waschraum) und es wird darum gebeten, den Müll, wie z.B. Kotbeutel, wieder mit ins Tal zu nehmen. Die Auswahl der Speisen ist klein, da es keine Anbindung durch eine Seilbahn gibt. Alle Nahrungsmittel werden mit einem kleinen Offroad-Mobil vom Wirt über schmale Wege hochgefahren oder per Hubschrauber eingeflogen. Trotz der kleinen Auswahl hat Armin, der Hüttenwirt, mir ein vegetarisches Abendessen gezaubert, was mich sehr gefreut hat.

WEITERE HUNDEFREUNDLICHE HÜTTEN IN DEUTSCHLAND & ÖSTERREICH

Für weitere hundefreundliche Hütten in Deutschland und Österreich kann ich euch folgenden Beitrag von mein-wanderhund.de empfehlen.

Kleine Anmerkung zu dem Beitrag: Das Hallerangerhaus steht auf der Liste, jedoch hat mir der Wirt auf Anfrage erklärt, dass er mittlerweile aufgrund schlechter Erfahrungen nur noch sehr ungern Gäste mit Hund aufnimmt.

Auch bei der Schmidt-Zabierow-Hütte bei Lofer, auf der ich bereits einmal während der Abenteuer-Leserreise mit Off The Path übernachtet habe, haben wir angefragt und die Info erhalten, dass es möglich wäre, dass Mala in der Gaststube übernachtet. Das war für uns leider keine Option, aber für manche Hunde vielleicht in Ordnung.

HÜTTE MIT HUND: Richtiges Verhalten & Tipps

Wie ihr seht, ist es nicht gerade unkompliziert eine Hütte zu finden, in der Hunde willkommen sind. Damit hundefreundliche Hütten nicht noch seltener werden, gibt es einige Verhaltensregeln und Tipps, die ihr bei einem Besuch mit Hund befolgen solltet, damit ihr euren Aufenthalt genießen könnt und der/die Hüttenwirt/in Gäste mit Hund in guter Erinnerung behält.

Mala in den Bergen
  • Erkundigt euch vorher nach hundefreundlichen Hütten und reserviert ein Zimmer. Wenn man in Matratzenlagern schläft, ist es üblich, unangekündigt gegen Abend auf einer Hütte anzukommen. Wenn ihr dies mit Hund macht, bringt ihr den/die Hüttenwirt/in womöglich in eine sehr unangenehme Situation, wenn kein Zimmer frei ist, in dem ihr mit eurem Hund übernachten könnt. Ihr werdet wohl in den seltensten Fällen einfach weggeschickt, aber trotzdem ist die Situation schwierig. In manchen Fällen sind Hunde erlaubt, allerdings müssen sie in Vorräumen, in der Gaststube oder in Zwingern übernachten. Das funktioniert nicht mit jedem Hund.
  • Lasst euren Hund nicht auf den Decken der Hütte schlafen, sondern nur auf explizit ausgewiesenen Hundedecken. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es Hundedecken auf der Hütte gibt, nehmt eine eigene mit. Gleiches gilt für den Napf: Lasst euren Hund nicht aus dem hütteneigenen Geschirr trinken oder fressen, sondern bringt euren eigenen Napf mit. Es gibt z.B. zusammenfaltbare Silikonnäpfe, die einfach in euren Rucksack passen. Schaut gerne mal bei meiner Packliste für den Hund vorbei.
  • Nehmt euren Hund auf der Hütte an die Leine und achtet darauf, dass ihr keine anderen Gäste belästigt. Es gibt Leute, die Angst vor Hunden haben oder die einfach kein Fan davon sind, plötzlich eine feuchte Nase am Bein zu spüren oder von fröhlichen Hunden angesprungen zu werden.
  • Beseitigt die Hinterlassenschaften eurer Hunde. Besonders wenn euer Hund sein Geschäft auf oder neben dem Wanderweg erledigt ist es wichtig, dass ihr dies beseitigt. Auch wenn die Wiesen für den Lebensmittel- oder Futtermittelanbau dienen oder Kühe auf der Alm stehen ist es wichtig, dass ihr den Kot entfernt. Hundekot kann schädlich für Weidetiere sein und ist im Falle des Lebensmittelanbaus äußerst unappetitlich. Auch die gefüllten Tüten solltet ihr selbstverständlich nicht in der Natur deponieren. Wenn es keinen Mülleimer auf der Hütte gibt, bleibt euch nichts anderes übrig, als den Beutel mit zurück ins Tal zu nehmen. Das ist lästig – I know – aber das bringt das Hundehalter-Dasein mit sich.
  • Nehmt ein Handtuch mit für den Fall, dass es regnet oder euer Hund schmutzig wird und säubert ihn, bevor ihr die Hütte betretet.

All diese Verhaltensregeln sollten selbstverständlich sein. Leider ist dies in der Realität aber laut vieler Hüttenwirte und auch aus eigener Erfahrung häufig nicht so und hat dazu geführt, dass es sehr schwierig ist, hundefreundliche Hütten zu finden. Also bitte haltet euch an die Regeln und sorgt dafür, dass die Hüttenwirte gerne Gäste mit Hunden aufnehmen. 🙂

WANDERN MIT HUND
Schaut auch gerne bei meinem Beitrag zum Wandern mit Hund in der Sächsischen Schweiz vorbei.

4 Kommentare

  1. Karin Tröger

    Toller Beitrag. Ja, es gibt solche und solche Hundehalter. Ich bin immer mit meinem Hund im Urlaub und kann nicht verstehen,
    dass immer wieder Probleme auftreten. Wenn sich jeder ordentlich verhält, müßte
    das nicht sein. Im Almengebiet gehört der hund an die Leine, ohne Diskussion. Dan gibt es auch keine Probleme mit den Kühen. Schließlich ist es doch ihr Lebensraum und wir sind nur Gast. Und so sollte man sich auch benehmen. FC

    • MIT VAN & HERZ

      Danke dir!
      Ja, wir können auch häufig nur mit dem Kopf schütteln bei dem rücksichtslosen Verhalten mancher Hundehalter. Und es ist einfach wirklich schade, dass es deshalb in vielen Regionen immer schwieriger wird mit Hund. Dabei ist Urlaub mit Hund so schön 🙂 was waren bisher deine Lieblingsziele mit Hund?

  2. Liebe Sophia,

    was für ein toller Beitrag und wunderschöne Bilder! Wir sind noch auf der Suche nach einem Urlaubsziel/Unterkunft für unseren Urlaub im Herbst, da steht dieses nun ganz oben auf unserer Liste. Vielen lieben Dank dir! 🙂

    Liebe Grüße
    Fabi von https://www.villaimmergruen.de

    • MIT VAN & HERZ

      Oh das freut mich total, danke dir! 🙂 das sind auf jeden Fall zwei ganz tolle Hütten – kann ich euch also nur ans Herz legen. Ganz viel Spaß auf jeden Fall schonmal, wo auch immer es hingeht 🙂

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